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Geschichte der Stadt Ahrensburg seit 1949

Seitdem Ahrensburg 1949 die Stadtrechte erhielt, wählen die Bürger die Stadtverordnetenversammlung. Die Stadtverordneten erarbeiten die Vorgaben für das Handeln der Stadtverwaltung. Mit der Eingemeindung im Jahr 1974 gehören auch die Ahrensfelder zu den Wählern der Stadtverordnetenversammlung.

1945 hatte die britische Militärregierung politische Parteien wieder zugelassen. SPD-, FDP- und CDU-Anhänger gründeten daraufhin jeweils Ortsgruppen und engagierten sich in der Kommunalpolitik.

Im gesamten Stadtgebiet wurden ab 1950 neue Wohngebiete ausgewiesen und bebaut, da Ahrensburg als Stadt nun in den Genuss von Fördermitteln aus dem ERP (European Recovery Programm, Marshall-Plan) kam. Jetzt wurde nicht nur in die Fläche, sondern auch in die Höhe gebaut: Zunächst zwei- bis dreigeschossigen Wohnblocks, kurz darauf auch achtgeschossige Wohnhäuser. Landwirtschaftliche Nutzflächen wurden zu Bauland, und bestehende Siedlungen wurden dichter bebaut. Neben dem Wohnungsbau wurde auch Gewerbeansiedlung gefördert, und durch den Erfolg dieser Maßnahmen wurde die Not der Bevölkerung in der Nachkriegszeit langsam gelindert. Man begann mit ersten Investitionen in die öffentliche Infrastruktur: das Kanalisationsnetz wurde ausgebaut und eine Kläranlage errichtet.

(Hier fehlt Text) Um das moderne Zentrum des Rathausmarktes wurden vier- bis fünfgeschossige Wohnblocks gebaut, an der Großen Straße mussten alte Bauern- und Handwerkshäuser viergeschossigen Neubauten weichen. So entstand weiterhin dringend benötigter Wohnraum; der Charakter der Innenstadt veränderte sich dadurch nachhaltig.

In den 1970er Jahren wurde ein Schulbauprogramm gestartet und soziale Einrichtungen für Jugend, Sport und Senioren geschaffen. Zeitgleich nahm man Straßenbauprojekte in Angriff: Die Umgehungsstraße Ostring zunächst bis Großhansdorf, später durchgehend bis zur Autobahn und die innerstädtische Tangente Woldenhorn. Die Bahntrasse wurde nach heftigen Bürgerprotesten gegen einen bereits beschlossenen Brückenbau mit einem Tunnel unterführt. Und man baute großzügige öffentliche Einrichtungen wie die Stadtbücherei und das Hallenbad. Für Pendler wurde am Bahnhof eine P&R-Anlage errichtet.

Aus den Protestbewegungen gegen überdimensionierte Bauvorhaben in den 1960er und 70er Jahren ging 1969 die Partei WAB (Wählergemeinschaft Ahrensburg für Bürgerbeteiligung) hervor, dazu kam 1980 aus der Umwelt- und Anti-Atomkraft-Bewegung die Ortsgruppe der Partei DIE GRÜNEN. Mit CDU, SPD und FDP stellen sie bis heute die Stadtverordneten. Diese erarbeiten in Fachausschüssen die Beschlüsse, die von der Stadtverordnetenversammlung genehmigt werden müssen, und deren Umsetzung durch die Stadtverwaltung erfolgt. Die Kontrolle erfolgt ebenfalls durch die Stadtverordnetenversammlung.

Von 1950 bis 1998 galt in Schleswig-Holstein die sogenannte Magistratsverfassung, die für eine städtische Verwaltung einen hauptamtlichen Bürgermeister vorsah, der von der Stadtverordnetenversammlung gewählt wurde und selbst stimmberechtigt war. Zu den Bürgermeistern, die die Entwicklung Ahrensburgs damals nachhaltig vorantrieben, gehörten Kurt Fischer und Manfred Samusch.

Seit Änderung der schleswig-holsteinischen Kommunalverfassung im Jahr 1998 wird der/die Bürgermeister/in als Leiter der Stadtverwaltung direkt von den Bürgern gewählt, hat aber kein Stimmrecht in den Ausschüssen mehr. Mit Ursula Pepper wurde im gleichen Jahr eine Frau zur Bürgermeisterin gewählt. Weiterhin haben die Bürger durch die neue Kommunalverfassung größere Mitsprachemöglichkeiten erhalten: Es können Beiräte gebildet werden, die in den Fachausschüssen Rederecht haben. Es gibt daher in Ahrensburg den Jugend-, den Behinderten- und den Seniorenbeirat. Außerdem sind Bürgerentscheide nun auf kommunaler wie auch auf Landesebene möglich.

Die stärkste politische Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung stellt den Bürgervorsteher. Er bekleidet ein repräsentatives Amt ohne Verwaltungsleitung.

 

Wirtschaft

Die Zonenrandföderung, die bis zur Wiedervereinigung Unternehmen finanzielle Anreize bei Ansiedelung bot und die Ausweisung weiträumiger, gut angebundener Gewerbegebiete in Ahrensburg führte zur einem überproportionalem Wachstum Ahrensburges auch gegenüber dem übrigen Hamburger Umland. Die Arbeitslosigkeit im Kreis lag in den 1980er Jahren weit unter Bundesdurchschnitt.

Der heutige Branchenmix in den drei Gewerbegebieten spiegelt den Wandel von der agrarisch geprägten Landgemeinde der ersten Stadtjahre über das überwiegend produzierenden Gewerbe der 1960er/1970er Jahre zu einem wachsenden Dienstleistungssektor wider. Derzeit gibt es fast 17.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im Stadtgebiet. Die meisten Arbeitsplätze stellt heute der Dienstleitungssektor mit ca. 70Prozent.

 

Wohnungsbau

Nachdem die schwere Wohnungsnot der Nachkriegszeit in den 1970er Jahren endlich überwunden war, ging man dazu über, an den Randgebieten der Stadt neue Siedlungen zu planen. Ab 1977 entstand ein neue Stadtteil, das Gartenholz, und es folgte Ende der 1990er Jahre der Bau der Siedlung am Ahrensfelder Redder. Auf dem ehemaligen Forschungsgelände im Stadtteil Wulfsdorf entstanden die privat geplanten, generationenübergreifenden Wohnprojekte „Allmende„ und „Wilde Rosen„. Der weiterhin vorhandenen Wohnraumnachfrage wurde zunächst nur mit kleineren Siedlungen wie dem Neubaugebiet Buchenkamp und verstärkten Nachverdichtungen entsprochen. Seit 2013 wird erneut durch eine größere Siedlung am so genannten Erlenhof versucht, den Bedarf aufzufangen.